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          31-07-2005
  2005.07.31 Alexanderplatz und Spandauer Vorstadt

Am Alexanderplatz wird gebaut, Kaufhof, Berliner Verkehrsgemeinschaft, alle buddeln und betonieren. Nach jahrelangen Dornröschenschlaf kommt auch Bewegung in Sachen Berolinahaus. Der Bauzaun ist gezogen, die große Informationstafel, die über Bauherrn und Absicht unterrichtet ist aufgestellt, es kann beginnen. Nicht heute, zum Sonntag, da stehe ich vor dem Bauzaun und mache einige Aufnahmen.

Das Berolinahaus ist hinter Bauplanen verschwunden, mit ein wenig Geschick finde ich eine Stelle, den Fernsehturm so zu fotografieren, daß es aussieht, als ob er selbst hinter Gerüsten verschwunden wäre.

Ein ganzes Stück weiter, bereits in der Spandauer Vorstadt. In der Linienstraße gibr es einige Stellen, die mit witzigen Papieren oder Zeichnungen vollgestopft zu sein scheinen. Daß sich mehrere Ebenen der wilden Plakatierung übereinander befinden, dürfte man unten im Bild erkennen, wo ohne Rücksicht auf die ursprüngliche gestalterische Absicht einige der Ameisen einfach verdeckt wurden.

Ecke Linien- und Kleine Rosenthaler Straße. Der Garnisionsfriedhof, früher Grablege für Militärangehörige vom einfachen Soldaten bis hin zu Offizieren, ist heute der bereits vor vielen Jahrzehnten geschlossene Friedhof ein kleiner innerstädtischer Park. Ein kleiner Verein kümmert sich darum, daß die Anlage nicht verfällt. Mich erinnerte die Situation an die des ebenfalls arg mitgenommenen Invalidenfriedhofes, der durch Teilung und Berliner Mauer beinahe gänzlich geschliffen wurde. Heute kann man diesen wieder besuchen und wie hier im Garnisionsfriedhof fechten einige Aufrechte gegen Verfall und Vergessen an.

Hier findet sich das Grab des legendären Husaren Lützow, der mit seiner Schar den napoleonischen Besatzungstruppen zusetzte.

Was gestelzt erscheint, ist Ausdruck und Schreibweise einer vergangenen Zeit. Interessant die Gestaltung der Schrift, bei "Major vom grossen Generalstabe" die unterschiedliche Zeichensetzung des ersten und zweiten s in "grossen". Erinnert mich auch ein wenig an die alte Schreibweise, bei der das Schluß-s, also am Ende eines Wortes, anders geschrieben wurde als innerhalb eines Wortes. Bin ich jetzt alt, weil ich um diese Dinge weiß ?!? Ich habe dies in frühen Kinderjahren noch von meinen Großeltern gelernt bzw. gezeigt bekommen.

Buddenbrock, Buddenbrock, da war doch was. Klar, Literatur, der große Roman um eine Lübbecker Familie. Hier in Berlin gibt es zwei Familiengräber ebendieser Familie.

Aus der Not heraus wurden in den letzten Tagen und Wochen, als der Kampf um Berlin tobte, viele verstorbene und umgekommene Opfer des zweiten Weltkrieges in Massengräbern im bereits geschlossenen Friedhof beerdigt. Erst die Nachwendezeit ermöglichte durch die Denkmalaufstellung der liegenden Figur auf diese Gräber hinzuweisen.

Inschrift an einem alten Grab.



     

     
 

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