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          31-07-2005
  Retrospektive Juli 2005

Es gibt immer einige Aufnahmen, die etwas aus den Rahmen fallen. Sei es, daß es Bilder sind, die man eher nebenher macht, bei denen man etwas ausprobiert oder oder oder. Einige solcher Momente des vergangenen Monats habe ich hier zusammengebracht.

Berlin ist eine Stadt, die immer noch innerstädtische Brachen aufweist. Doch die Lücken werden langsam geschlossen, sei es hier in Mitte in der Nähe des Alexanderplatzes (genauer: zwischen S-Bahn-Viadukt und Alexanderstraße) ...

... oder hier das Gelände des ehemaligen Zentralviehhofes, oder weiter südlich in der Nähe des Ostbahnhofes. Wo das sehende Auge heute noch Brachlandschaften gewöhnt ist, sollen in Zukunft urbane Viertel die Innenstadt verdichten.

Die Berliner Stadtreinigung hat sich einiges einfallen lassen, um als Unternehmen ein positives Bild in der Bevölkerung entstehen und wachsen zu lassen. Unvergessen sind solche Slogans wie "We kehr for you" auf den Arbeitsanzügen der Mitarbeiter oder wie hier ein kesser Spruch auf einem Abfallbehälter.

Irgendwann stieß ich darauf, daß man im Stadtbild hin und wieder solche Ehrentafeln zu Gesicht bekommt. Aber wollte ich etwas darüber nachlesen und auf Suche im Internet gehen, stieß ich bald an Grenzen. Anscheinend gibt es immer noch kein zentrales Verzeichnis bzw. ist es jedem Stadtbezirk überlassen, auf diese Ehrungen hinzuweisen. Lobenswert der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, auf dessen Webseiten ich sehr viele Hinweise fand. Wenn man sich vorstellt, daß es über dreihundert solcher Tafeln an Hauswänden oder öffentlichen Gebäuden geben soll, kann man diese Lässigkeit des Umganges mit der Stadtgeschichte nicht verstehen. Beispielsweise meldeten im März 2005 mehrere Zeitungen in kleinen Artikeln darüber, daß die Döblin-Ehrentafel verschwunden, vermutlich gestohlen wurde. Ob es sich bei der von mir fotografierten Tafel um das Original oder eine neu geschaffene Ehrentafel handelt, würde ich gern nachlesen wollen. Jedenfalls ist die Berliner Ehrentafel für Alfred Döblin wieder am Kaiserdamm zu besichtigen.

Die Berliner Ehrentafel für Rudolf Virchow, Wedding, Gelände Virchow-Klinikum.

Berliner Ehrentafel für Karl Philipp Moritz, Münzstraße in Mitte.

Nächtliche Aufnahme Wilhelm von Humboldt. Während tagsüber viele Sehenswürdigkeiten und Denkmäler regelrecht überlaufen sind, begünstigt die nächtliche Stunde die ungestörte Beschäftigung mit denselben.

Eher im Vorbeigehen gerade noch erfasst, bin ich nach wenigen Schritten zurückgegangen und habe dieses Foto aufgenommen. Was auch immer diese Verkäufer von naheliegenden Marktständen auch spielten, es kam mir sofort das Lied von den drei Chinesen auf dem Kontrabass in den Sinn. Sie kennen diesen Kindergassenhauer doch auch noch, er geht so "Drei Chinesen auf dem Kontrabass, die saßen auf der Straße und erzählten sich was, da kam die Polizei und fragt, ei was ist denn das, drei Chinesen auf dem Kontrabass ..:". Ob und wie es weiterging im Lied, das weiß ich leider nicht mehr. Das kann bereits wieder Stoff für neue Erkundungen sein ...

Die Veränderungen am Lehrter Bahnhof nahmen mich in den letzten Tagen ganz schön in Anspruch, aber für besondere Motive wie diese Laterne am Spreeufer hatte ich immer wieder Zeit aufgebracht, ebenso für einige Gespräche am Rande. So auch hier, als eine Frau mich dabei beobachtete, wie ich das Stativ an das Geländer drückte, den Kamerakopf justierte und anschließend mich selbst gegen diese ganze Einstellung lehnte. Es muß furchtbar auf Außenstehende gewirkt haben, wie ich versuchte jedes Zittern und Schwanken der Kamera (Wind !) auszuschließen, aber halbwegs gelungene Fotos entschädigen für ungläubige Gesichter oder verhaltenes Grinsen. Und im beschriebenen Fall ? Konnte ich weiterhelfen, wie man nächtliche Aufnahmen an der Kamera einstellt, durchführt, durch Standortveränderung variiert etc. Für einige Minuten war das eigene Schaffen unterbrochen, aber es hat sich gelohnt und hinterließ ein wunderbares Gefühl, jemanden bei einem Problem weitergeholfen zu haben und die Freude darüber mitzuerleben. Das sind Momente, die man mit keiner Kamera einfangen kann ...



     

     
 

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