www.Berlinansichten.de
          03-09-2005
  2005.09.03 Fassade einer Grundschule in Friedrichshain

Auf diese alte Hausfassade wurde ich aufmerksam, als ich vor einigen Tagen Bilder in der Frankfurter Allee schoß. Gemeinhin kennt man die Frankfurter Allee als lange Prachtstraße im Stalin'schen Zuckerbäckerstil, weniger bekannt dürfte wohl sein, daß es in einer zweiten Reihe dahinterstehend weitere, nicht ganz so prächtig ausgestattete Wohnhäuser gibt. An diese wiederum grenzen Wohnhäuser, die die Kämpfe um und in Berlin im Frühjahr 1945 mehr oder weniger gut überstanden haben. Zumindest lassen einige alte Fassaden diesen Schluß zu, denn nach dem Krieg im Wiederaufbau hatte man weder das Geld noch die Materialien, um unbedingt den Vorkriegszustand wiederherstellen zu können, vom entsprechenen politischen Willen ganz abgesehen. Daher nehme ich auch an, daß diese hier gezeigte Fassade einer Schule noch aus dem Vorkrieg stammt.

Blicken wir einmal zurück: Um 1910 löste der Putzbau die bis dahin überwiegend verwendeten Ziegelsteinfassaden aus Kostengründen ab, zum Teil auch aus dem Grund, daß Ornamente u.ä. ohne teuren Formbau für Ziegelsteine aus Zement gegossen werden konnten und mehr Vielfalt möglich wurde. Weiterhin hat man Putzarbeiten und Ziegel oder Naturstein in Kombination eingesetzt. Andererseits fehlen Hinweise auf eine getrennte Schule in eine Knaben - oder Mädchenschule, wie es um die jahrhundertwende noch üblich war, so daß ich für die Datierung annehme, daß es sich um einen späteren Neubau um 1920 handeln könnte. Andererseits, in früheren Jahren hatten Architekten und Bauherren einen höheren Prozentsatz der Gesamtbausumme für die äußere Gestaltung ausgegeben, so daß ich mich mit meinem Gedanken durchaus auch irren kann und die Bauzeit doch eine andere war.

Betrachtet man die gesamte Fassade, ist anzunehmen, daß für die Flächengestaltung ein Putz zum Einsatz kam, während die Ornamente und die dahinterliegenden Segmente aus einem Kalkstein oder äjhnlichen Material gefertigt wurden (Evtl. Sandstein, dafür spricht die Oberflächenbearbeitung).

Übrigens, die beiden nachfolgenden Aufnahmen habe ich mit Hilfe einer Software nachbearbeitet, um stürzende Linien zu vermeiden. Während der professionelle Fotograf hierzu ein Shift/Tilt-Objektiv nutzen kann, setzte ich auf Fixfoto, einer Software, die neben einigen anderen Funtionen auch diese Entzerrung beinhaltet.



     

     
 

Links

Startseite

Startseite 2006

Archiv (Monate)

Galerie (vorherige)

Designwechsel
Downloads auf www.juergenbacka.de
Impressum
Links
Über mich

RSS