www.Berlinansichten.de
          07-09-2005
  2005.09.07 Invalidensiedlung in Frohnau

Zur Abwechslung wieder eine "richtige" Berliner Tour. Im Norden Berlins, in Frohnau, gibt es eine ältere Wohnanlage "Invalidensiedlung", die eine frühere Bebauung ersetzte. Erbaut wurde die Siedlung um 1939 und weist einen Anlagegrundriß ähnlich den eines Stadions auf. Die Häuser sind in der gleichen Bauweise entstanden und weisen wenige Schmuckmerkmale auf, so daß sich die Anlage eher wie ein - wenn auch weit auseinandergezogener - Kasernenhof anmutet. Mir sind nur wenige Abweichungen aufgefallen, zum Beispiel in der Ausführung der Balkone oder der eingesetzten Sandsteinornamente, spätere und seltene Umbauten sind als solche erkennbar (z.B. verglaste Balkone).

Hier gibt es nur einen Balkon je Etage, der größer ausfällt als bei den anderen Häusern.

Diese Balkone sind freistehend, während bei einer großen Anzahl Häuser diese nach innen reichen und der jeweilige Gebäudegrundriß ein rechteckiger bleibt.

Wesentliche Schmuckelemente sind die Türfassungen und die Ornamente oberhalb des Türbogens. Auffallend, daß alle Gebäude ebenerdig (für Rollstuhlfahrer) erreichbar sind.

Enige Beispiele der Ornamente, die an jedem Haus verschieden sind.

Die beiden folgenden Ornamente unterscheiden sich in Größe und Gestaltung von den anderen, wahrscheinlich wollte man durch diese andere Ausführung auf einen anderen Status der Bewohner hinweisen. Man darf ja nicht vergessen, in welchen Jahr diese Anlage entstand, 1939, vielleicht war die Anlage als Mustersiedlung und Vorbild für andere in Planung befindliche gedacht, aber das ist nur eine Interpretation von mir. Näheres dürfte für Geschichtsinteressierte oder Architekten erreichbar sein, ich mußte mit den gesehenen Details zurechtkommen und machte mir meine Gedanken ...

Am südlichen Ende der Anlage gibt es ein kleines Café, die "Hubertus-Klause".

Wo Berlin aufhört und Hohen Neuendorf anfängt - zwei kleinere "Wachhäuschen" schließen den kleinen Platz ab.

Ein Stück weiter in den Forst hinein, ein künstlich angelegter See, der Hubertussee. Fürst Donnersmarck wollte um 1907 eine Villenkolonie anlegen, allein die umworbenen kaufkräftigen Kreise zogen den Südwesten Berlins vor. So sind See und noch im Waldboden befindliche Bordsteine der Beweis, daß auch in früheren Jahrzehnten nicht alle Träume reiften und realisiert werden konnten.

Hatte ich beim Durchfahren des Geländes noch geglaubt, auf eine der vielen offenen Sandflächen gestoßen zu sein, wurde ich später eines Besseren belehrt. Dieser Sandstreifen gehörte früher zur Maueranlage.



     

     
 

Links

Startseite

Startseite 2006

Archiv (Monate)

Galerie (vorherige)

Designwechsel
Downloads auf www.juergenbacka.de
Impressum
Links
Über mich

RSS