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          17-09-2005
  2005.09.16 Natursteinkundlicher Rundgang durch einige Botschaften

Ich hatte das große Glück, an einem natursteinkundlichen Rundgang durch einige Botschaften im Tiergarten teilzunehmen. Abgesehen davon, daß sich verschiedene Gründe aufzwingen, das Fotografieren stark bis gänzlich einzuschränken, habe ich mich in dieser Galerie reinweg auf einige gesehene Materialien konzentriert. Eine Besichtigung der Botschaften von außen ist für jederman möglich und bei gutem Licht sogar empfehlenswert, da die Länder versuchten, ihre Botschaften individuell zu gestalten. Ich denke hierbei zuerst an so sehenswerte Gebäude wie die Botschaften aus Ägypten, Indien und neu hinzugekommen Südafrika. Wer genau hinsieht, auf verwendete Materialien, Stilmittel und Architektur achtet, für den öffnet sich die Tür zu einer spannenden Reise. Wer näher herangehen möchte, sollte darauf achten, daß jedes Jahr im Juli ein Festival veranstaltet wird, ein Tag der offenen Türen, bei denen sich die teilnehmenden Länder vorstellen und viele Bereiche, die sonst nicht einsehbar sind, von Nahen zu besichtigen sind.

Anfangs ein sorgenvoller Blick zum Himmel, ob das Wetter mitspielen würde. Diese Aufnahme entstand vor dem Sicherheitsbereich einer Botschaft, wo ich die Kamera durch die Glasabdeckung zum Himmel richtete.

Ein rotfarbener Sandstein - der Barauli - aus Indien wurde an der indischen Botschaft verwendet, nicht nur zur Wandgestaltung, auch zur Pflasterung. Durch die höhere Härte (und Abriebfestigkeit) des Materials ist er vielseitiger einsetzbar als manche uns bekannten und hier in Berlin verwendeten Sandsteine. Übrigens, alle verwendeten Natursteine wurden aus Indien herangebracht, während andere Länder auf einen Mix aus verschiedenen Quellen wählten.

Der Nero assoluto an der Fassade der südafrikanischen Botschaft. Durch verschiedene Verarbeitung (der untere dargestellte Bereich ist geschliffen/poliert) gibt es eine unterscheidliche Optik, dort wo der Stein naß wurde, nimmt er eine dunklere Tönung an. Im Kontrast zur Fassade steht ein aus Thüringen stammender roter Sandstein, der für die Wege verwendet wurde und die rote Erde Südafrikas symbolisiert.

Ein Materialmix an der italienischen Botschaft. Während große Abschnitte der Fassade mit einem besonderen Kalkstein - den römischen Travertin - verblendet wurden (im Bild links), hebt sich die später hinzugekommene Außentreppe in einem andersfarbigen Travertin etwas von der Gesamtfarbgebung ab.

Das Außenpflaster der Botschaft der Republik Österreich besteht aus Gneis, dem sogenannten Andeer.

Für die Außenfassade und die Außenmauer (siehe Staatssymbol rechts neben den Eingang) fand ein Granit Verwendung.

Im Inneren der Ägyptischen Botschaft ein Quarzit, der mich mit seiner blauen Farbe immer wieder fasziniert - der aus Brasilien stammende Azul Macaubas. Übrigens für die fotografische Erfassung eine besondere Herausforderung, weil das Licht beim Auftreffen auf den Stein etwas in die Tiefe geht und nicht wie von einer polierten Oberfläche gewohnt reflektiert wird. Die blaue Farbe steht für den Nil als eine zentrale Lebensader Ägyptens.

Neben den Azul Macaubas wurde ein Kalkstein - Botticino classico - für die Verlegung des Fußbodens verwendet. Die an eine Zitterlinie erinnernde braundunkle Zeichnung in der linken oberen und rechten unteren Ecke wurde als Drucklösungslinie erläutert. Dort, wo der Stein im Erdinneren bestimmten Drücken ausgesetzt war, fanden Umwandlungen innerhalb des Gesteins statt, daher diese Säume.



     

     
 

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