16.11.2005 Bornholmer Straße
Innerlich habe ich geflucht wie schon lange nicht mehr. Steht vor dem S-Bahnhof Bornholmer Straße eine eigenartige eiförmige Großplastik, aus der in Abständen irgendwelche undefinierbaren Geräusche heraukommen. Das als Objekt in unmittelbarer Nähe zu einer vielbefahrenen Straße aufzustellen wird noch übertroffen durch die Erhebung zur Kunst. Daran, daß man alles zur Kunst erklärt, wird die Kunst an sich zugrunde gehen, daran besteht für mich kein Zweifel. Ergebnis des Ganzen war es nicht, mich zum Nachdenken, sondern zum Fluchen anzuregen, denn irgendwie schob sich dieses unförmige Ding immer wieder in meine Bilder hinein, kein vernünftiges Gestalten des Bildausschnittes möglich. Schlußendlich hatte ich es doch geschafft, dieses Kunstobjekt aus meinen Aufnahmen herauszuhalten.
Zurück zu den Bildern, mir gelangen doch noch einige passable Aufnahmen aus dem Inneren, wo ich mich für die Schriftzüge an den Wänden interessierte. Sicherlich nachgearbeitet (siehe Anbringung an die Wand), geben sie eine Andeutung hin zu einer früheren Zeit, als man die Beschriftung mehr als Schmuck denn als schnell erfassbares Design verstand.