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          11-03-2006
  11.03.2006 In der Akademie der Künste

Was tun, wenn das Wetter nicht mitspielt ? Kurzentschlossen ziehe ich eine Unternehmung vor, die eigentlich erst für den Sommer als Spaziergang zum Pariser Platz gedacht war. Das anhaltende Schneien läßt mich den Blick auf ein Gebäude zuwenden, das als einziges einer breiten öffentlichkeit zugewand ist, die Akademie der Künste.

Die Akademie war 1907 zum Pariser Platz umgezogen, vertrieben erst durch den "Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt" Albert Speer, später durch die Teilung der Stadt und die Trennung Deutschlands in zwei Staaten. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands fand auch für die Akademie eine Vereinigung der beiden in Ost und West gegründeten Teile statt. Was lag näher als der Gedanke, an den angestammten Platz zurückzukehren ?

Waren die Zeitungsmeldungen in den zurückliegenden Jahren häufig einseitig von steigenden Kosten für den Neubau der Akademie und ähnlichen Schreckensmeldungen bestimmt, lohnt sich der eigene Blick auf die vielen Ideen, die in dem neuen Gebäude am Pariser Platz mit gewohnten Sehweisen und traditioneller Architekturauffassung brechen. Richtig ist, daß man Altes erhalten und zugleich Neues wagen wollte, wer sich ein wenig umschaut und an eine der Führungen teilnimmt (sehr empfehlenswert), wird sich schnell ein eigenes Urteil über das spannende Innenleben bilden können. Was mir besonders an diesem Haus gefällt, ist seine Öffnung gegenüber den Passanten. Es gibt eine ansonsten geschlossene Bebauung des Pariser Platzes, die Akademie der Künste bietet als einziges Haus ein solches Angebot des Besuches und zusätzlich einen Durchgang hinüber zur Behrendstraße und dem angrenzenden Holocaust-Mahnmal.

Wer nach Berlin und Mitte kommt, sich die "vornehme Stube Berlins" - den Pariser Platz- anschaut und auf diesem verharrt ohne die Akademie zu betreten, das Haus anzusehen oder eine der Ausstellungen zu besuchen, hat Berlin nicht gesehen. Aber das ist meine gänzlich private Meinung, bilden Sie sich ein eigenes Urteil, es lohnt.

Die Fassade des Neubaus der Akademie der Künste zum Pariser Platz. An der Ecke am Hotel Adlon stehend hoffte ich weniger vom Schneetreiben gestört zu werden.

Das Foyer nach Eintritt in das Haus. Eine leicht ansteigende Fläche führt nach innen, der Innenraum gibt sich in Grau und Weiß betohnt zurückhaltend, nach dem lauten Verkehr auf den Straßen und am Platz eine wohltuende Beruhigung der Sinne.

Blick durch eine leider von Rissen durchzogenen Außenscheibe hinüber zum Brandenburger Tor.

Diese Aufnahme war eine der beiden "harten Nüsse" für mich. Sie müssen sich das Zusammentreffen der verschiedenen Ebenen und Treppen auch in verschiedene Raumtiefen vorstellen, das Überbrücken verschiedener Höhen und Verbinden verschiedener Bereiche durch die Treppen.

Eine Tagesbar, gut für eine kleine Rast.

Hinausgeschaut zum Adlon - einige Eisformen wild abgelegt, wahrscheinlich von einer Eisbar, die ihren Zweck für eine Veranstaltung erfüllt hat und nun nicht mehr gebraucht wurde.

Der hintere Teil des Durchganges.

Ich stand nicht allein zweifelnd über die Wetterkapriolen, ein Chefkoch machte ebenfalls verkniffene Miene zum Schneetreiben vor der Tür.

Die für die neue Botschaft der USA verlegte Behrenstraße.

Einige Unentwegte beim Durchstreifen des Holocaustdenkmals.

Beim Schneetreiben ist das nahegelegene Viertel am Potsdamer Platz schwer auszumachen.

Wassertropfen an einer Betonstele.

Noch einmal zurückgegangen in die Akademie, ein Blick durch den Lesesaal zum Brandenburger Tor.

Die zweite "harte Nuß" des Tages, halbwegs gelungen nach einigen Anläufen. Freihändig über Kopf fotografiert - der Pariser Platz.

Im Foyer befindet sich ein Buchladen, eine Zweigstelle der Buchhandlung Fürst, Schwerpunkte passenderweise zur darstellenden und bildenden Kunst, Film und Medien und vieles mehr.



     

     
 

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