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          04-04-2006
  04.04.2006 Anhalter Bahnhof

Der Rest einer großen Ruine - des ehemaligen Anhalter Bahnhofs - war Schauplatz der heutigen Stadtwanderung. Fuhren hier früher Fernzüge nach Anhalt und Sachsen, hatte der deutsche Kaiser eigene Räume und konnte man durch einen eigenen Tunnel hinüber zum Hotel "Excelsior" gehen, wurde der Bahnhof im Februar 1945 durch schwere Bombardements der Alliierten in Schutt und Asche gelegt. Die spätere Teilung Berlins besiegelte das Schicksal des einstigen Fernbahnhofs, zur Erinnerung an die Größe und einstige Bedeutung blieb als Rest - und Rumpfstück das einstige Portal stehen..

Die Bezeichnung einer S-Bahn-Station erinnert an den früheren Bahnhof.

Im Treppenaufgang des S-Bahnhofes erinnern einige Wandbilder an das frühere Aussehen und Bebauung rund um den Bahnhofsvorplatz. Auf diesen Bild ist die Größe der Bahnhofshalle sehr gut zu erkennen, sind doch über 30 Meter Höhe und über 60 Meter Spannbreite sowie 167 Meter Länge als Maße schwer vorstellbar. Mit über 34 Metern Firsthöhe war die Bahnhofshalle die höchste in Deutschland zur damaligen Zeit.

Das stehengebliebene Teil des Portales heute - nach einem Regenguß.

Vielen Klinkerfassaden in Berlin ist eines gemeinsam - die Ziegelsteine wurden in der Nähe von Wolfen /Bitterfeld in den Greppiner Werken hergestellt (oberhalb der abzubauenden Braunkohle lagerten Tonvorkommen, die aufgrund sehr feinsandiger Struktur für Repträsentativbauten in aller Welt - zum Beispiel das Rote Rathaus, der Hauptbahnhof in Rom, der Kaiserbahnhof (Anahalter B.) in Berlin - verwendet wurden).

Das nebenbei erzählt, bin ich doch gegenüber dem ehemaligen Standort der Greppiner Werke aufgewachsen. Mir ist zum Beispiel erinnerlich, daß bei Erdarbeiten frühere Abraum- und Schutthalden mit falsch gebrannten Schmucksteinen zutage traten, einige solcher Schmucksteine sind ausgestellt im Industrie- und Filmuseum Wolfen. Wer die Autobahn A9 in Richtung Süd befährt und auf Höhe Abzweig Wolfen /Bitterfeld die Autobahn verlässt, sollte sich das Museum anschauen, es handelt zwar in erster Linie von der regionalen Entwicklung der Industrie und des Films, beinhaltet aber auch Aussagen zur Entwicklung des Bergbaues und der Energieversorgung mittels Kohle und Strom nach Berlin.

Der Portikus gesehen von der Fläche der ehemaligen Bahnhofshalle.

Verzierungen an den gemauerten Pfeilern.

Zwei große Allegorien - der Tag (in die Ferne schauend) und die Nacht (die Augen bedeckend) - flankieren heute ein Loch, in dem vormals eine große Uhr untergebracht war. Rund um die Uhr herrschte früher auf diesen Bahnhof geschäftiges Treiben.

Betrachtet man die hinter dem Portikus liegenden Flächen - heute bebaut, früher Bahnhofsvorfeld und Gleisanlagen - und links und rechts die Häuserzeilen, werden die Ausmaße der Bahnhofshalle erahnbar. Im Rahmen der "Germania"-Pläne Adolf Hitlers sollten die in der Innenstadt liegenden Bahnhöfe verschwinden und Platz machen für andere Bebauungspläne, durch den Krieg bzw. Kriegseinwirkungen und Nachkriegsentwicklung wurde der Bahnhof aus wirtschaftlicher Sicht überflüssig und gegen den Widerstand weiter Teile der Bevölkerung abgerissen, heute befindet sich ein Sportplatz und das Tempodrom auf der Fläche der früheren Bahnhofshalle.



     

     
 

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