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          20-04-2006
  20.04.2006 Wedding Brunnenplatz

Der entscheidende Tip kam von einem Kollegen, der mich auf die großartige Fassade des Amtsgerichtes Wedding hinwies. Beim Einkaufen bereits mehrfach in Augenschein genommen, wegen der ungünstigen Lichtverhältnisse aber immer wieder verworfen, kam ich heute zum Zug. Der Weg zum Brunnenplatz brachte einige in Vergessenheit geratene Details wieder zum Vorschein, aber Schauen Sie selbst.

Auf dem Weg an der Kreuzung Bad- / Ecke Pankstraße entdeckt - ein in einer Hauswand eingelassener Kartenausschnitt der Stadtentwicklung des Gebietes um Gesundbrunnen und einige alte Ansichten darunter.

In der Mitte die abgebildete Ansicht der St. Paulskirche, erbaut von Karl Friedrich Schinkel in den Jahren von 1832 bis 1835. Da wir uns im Schinkeljahr befinden, sei an dieser Stelle der Hinweis zu einem bemerkenswerten Buch über die Entstehung (damaliger ) Vorstadtkirchen erlaubt. "Schinkels Vorstadtkirchen" (Wichern-Verlag) beschreibt den Werdegang einer Idee König Friedrich Wilhelm III., der Projektierung und der Entstehung der damals vor den Stadtmauern liegenden Kirchen und die Entstehung der protestantischen Kirchgemeinden. Ich hatte vor einigen Jahren hierzu einen sehr interessanten Vortrag in der Urania gehört und mir dieses Buch gekauft, inzwischen gibt es einen Abverkauf einer Restauflage zu einem weit geringeren Betrag bei der Wohlthatschen Buchhandlung.

Wer sich für Schinkels Werk stärker interessiert, dürfte sich über diesen umfassenden Band zu den vier Vorstadtkirchen freuen.

Die Ansicht der St. Paulskirche heute. Interessant ist die Hauswand rechts, die an das Gebäudeensemble der Kirche anstößt. Bis zum Weltkrieg muß hier ein ebenfalls mehrstöckiges Haus gestanden haben, wie die unverputzte Seitenfront verrät, so daß mit dem Wachstum der Stadt die bis dahin solitär stehende Kirche von der Umgebung in der Höhe regelrecht "erdrückt" wurde. Die hinzugekommenen Anbauten schaffen etwas Raum, indem sie die Höhe der Kirche beibehalten und die mehrstöckigen Wohnhäuser optisch zurücksetzen und dadurch die Proportionen der Kirche besser zur geltung kommen lassen.

Weiter zum Brunnenplatz, fällt das in das Pflaster eingelassene Bezirkswappen auf.

Brunnenplatz mit Fontäne und Bezirksgericht. Ich schrieb eingangs von der richtigen Zeit zur Aufnahme, Sie sehen, daß mit dem Einsetzen des Frühlings und des noch geringen Blattbesatzes das teilweise hinter den Kastanien stehende Gebäude erahnbar bzw. sichtbar bleibt. Im Winter waren die Lichtverhältnisse zu unausgewogen, so daß ich ohne konkretes Datum auf eine andere Jahreszeit und Lichteinfall wartete.

Die Hauptfassade des Eingangs.

Details der Steinarbeiten am Eingangsportal. Schade, daß man für den Nachtbriefeinwurf keine andere Aufstellungslösung gefunden hatte.

Türgriff der kupferbeschlagenen Eingangstür.

Weiteres Detail an der Tür.

Der aufmerksame Blick nach oben wird belohnt mit der Entdeckung eines Details, eine ironische Darstellung des Zweckes, wofür das Haus erbaut wurde - der Schlichtung eines Streites, wobei beide Kontrahenten eindrucksvoll aufeinander einwirken, mit Bartzupfen und Faustschlag.

Ein Ausschnit des Bildes erklärt mehr als viele Worte ...

Die seitlichen Wege zeigen weitere Wappen der Partnerstädte.



     

     
 

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