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          02-06-2006
  02.06.2006 Das Haus der Konsum-Genossenschaft

Der Eine oder Andere mag sich vielleicht erinnern, Konsum-Genossenschaft, da war doch etwas- ein langer Weg der Insolvenz und nunmehr Stille in der ganzen Angelegenheit. Der Zufall führte mich vor einigen Wochen an der Zentrale der Gesellschaft in der Lichtenberger Orloppstraße vorbei und heute bei besseren Licht hatte ich endlich Gelegenheit, die Details näher in Augenschein zu nehmen.

Leider tappe ich noch im Dunkeln, was die Baugeschichte des Hauses angeht. Gegründet wurde die Genossenschaft 1899 (als Konsumverein Nord im Wedding, nach Informationen des Senders Phoenix erfolgte die Gründung des Konsumvereins Berlin und Umgebung drei JAhre später), eine andere Genossenschaft war beispielsweise die von Friedrich Wilhelm Raiffeisen für die Selbsthilfe der Landbevölkerung. Unklar ist, ob es sofort zum Bau einer Zentrale in Berlin kam oder der Bau später erfolgte, weil bis dahin genutzte Räumlichkeiten den Anforderungen nicht genügten. Zu den Genossenschaften selbst kann man sich in der Wikipedia einige Informationen anlesen.

Zurück zum Haus. Einige Stilelemente geben Anlaß zur Vermutung, daß es nach der Hochzeit des Jugendstiles entstanden sein könnte, betrachtet man die Ornamente des Dachfensters oder die Darstellung der Berufe bzw. Figuren. Ich bin versucht, an einen alten Geldschein zu denken, einem 5-Reichsmark- Geldschein von 1905, auf dessen Rückseite durch verschiedene Motive das Selbstverständnis des damaligen Kaiserreiches versinnbildlicht wird (Anker steht für Schiffahrt, geschnürtes Paket für Handel , Zahnrad für Werkstätten usw.). Natürlich, das Ganze kann auch ein Zitat sein an eine frühere Zeit und das Haus wurde tatsächlich später gebaut, viele Erklärungen scheinen möglich ...

Sie sehen, die Vertiefung einer Betrachtung kann einem schnell von der reinen Abbildung in Form einer Fotografie in ganz andere Gedanken fortführen. Das macht den Reiz der Spaziergänge durch Berlin aus, daß man viele unterschiedliche Situationen in der Stadt, Stilepochen und Ausführungen kennenlernen kann ...

Der Zugang zur Fassade und näheren Betrachtung ist verstellt- Straßenbauarbeiten.

Die Figurengruppe oberhalb des Eingangs.

Portalschmuck eines Seiteneinganges.

Florale Elemente am Dachfenster.



     

     
 

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