www.Berlinansichten.de
          10-09-2006
  10.09.2006 Tag des offenen Denkmals- Gustav-Adolf-Kirche

Teil zwei meiner Rundreise durch Charlottenburg an diesem Tag- der Besuch der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche. Einige Male bin ich an dieser Kirche vorbeigekommen, ohne die besondere Baugeschichte zu kennen oder die besondere Form, die von den üblichen Kirchenbauten abweicht, zu erkennen. Wenn man in der Literatur nachliest oder bei einem öffentlichen Tag wie diesen Tag des offenen Denkmals hört, daß die Kirche als Fächerkirche bezeichnet wird, sollte man stutzig werden.

Von außen eher unauffällig (weil in der Nachbarschaft befindliche Wohnhäuser einen ähnlichen Fassadenfarbton tragen), offenbart sich das Innere dieser Kirche sehr modern. Man mag es kaum glauben, daß es sich um eine Kirche handelt, die bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden ist. Beton, Klinker und Glas, das ist eine Materialmischung, die man erst in heutiger Zeit vermutet. Aber schauen Sie selbst, was Kirchenbaumeister Bartning mit diesen Materialien schuf.

Beim Heranfahren von weitem erspäht- der hohe und schlanke Kirchturm. Die oberen Gefache wurden nach den Kriegszerstörungen mit Klinkern zugemauert, ursprünglich waren diese verglast um den Lichteinfall in das Kirchenschiff zu verbessern. Wahrscheinlich gab es neben der Kosten auch Gründe aus der Sicht der Statik, sich für das zumauern zu entscheiden.

Ansicht von der Straßen-bzw. Kreuzungsseite. Die Kirche schloß praktisch die damals bestehende Baulücke und ragt mit ihrem Kirchturm weit in die Straßen hinein. Nach Auffassung des Architekten sollte die Kirche erfahrbar, sichtbar werden, deshalb auch der unverstellte Blick auf den Kirchturm.

In der Kirche überraschen die Lichtreflexe und Farben der großflächigen Glasfassaden.

Hier erhält man eine Vorstellung dessen, was mit Fächerkirche umschrieben wird. In der Grundfläche muß man sich die Kirche wie ein riesiges Tortenstück vorstellen, an der Spitze die Kanzel und dahinter der Turm, die ersten Reihen mit wenigen Plätzen, die hinteren Reihen aufgrund des größeren Teilradius mit mehr Plätzen ausgestattet. Der Abschluß nach oben eine gestufte Dachkonstruktion, ebenso wie die Wände strukturiert und aufwendig, um die Schallwellen diffuser zu reflektieren, so daß bei der Predigt nicht der von anderen Kirchen bekannte Nachhall auftritt. Detaillösung- das Dach läßt durch die farbigen Glasflächen Licht einfallen. Details, an die der Architekt Bartning dachte, die zur Entstehungszeit aber weit über traditionelle Bauweisen und Auffassungen hinausreichten.

Ein Blick zur Decke

Sonnenbeschienener Ausschnitt der Orgel.



     

     
 

Links

Startseite

Startseite 2006

Archiv (Monate)

Galerie (vorherige)

Designwechsel
Downloads auf www.juergenbacka.de
Impressum
Links
Über mich

RSS