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          08-10-2006
  08.10.2006 Durch die Ruinen von Beelitz-Heilstätten

Angeregt durch Dritte gab es eine gemeinsame Fahrt in das Berliner Umland, genauer zu den Heilstätten Beelitz. Diese frühere Lungenheilanstalt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1994 von den sowjetischen Streitkräften komplett beansprucht, wurde anschließend teilweise rekonstruiert und weitergenutzt und liegt in weiten Teilen nach einer Firmenpleite brach. In der Wikipedia spricht man von mehrheitlichen Schäden durch Vandalismus, allein mein Eindruck blieb der, daß die ausbleibende Gebäudesicherung Schäden an der Gebäudesubstanz begünstigt. Aber sehen Sie selbst, was ich auf diesen Rundgang entdeckte.

Obwohl nicht vergleichbar, erinnerte mich der Gesamtzustand des Geländes an eine Fernsehreportage aus Tschernobyl, wo seit dem Reaktorunglück 1986 weite Landstriche verlassen werden mußten und die Natur nach und nach Terrain zurückerobert. Was aus den denkmalgeschützten Häusern in Beelitz werden soll, scheint fern in den Sternen zu stehen, weit und breit entdeckte ich keinerlei Zeichen eines Aufbruchs, eines Konzeptes, etwas mit der Substanz anzufangen.

Mauerwerk, wo nicht nur der Putz bröckelt.

Dasselbe Haus, Dachboden. Moos zeigt beständige Nässe an, Dachbalken fehlen oder sind kurz davor, wegzufaulen. es ist nur eine Frage der Zeit, wann das marode Dach unter der Eigenlast zusammenbricht.

Zugewachsene Fassade.

Ein früherer OP.

Metapherngleich dringt Laub durch zerbrochene Glasscheiben.

Schnell übersetzt wird klar, daß alte Plakate oder Aufrufe von 1985 zu sehen sind. Bezeichnungen wie ZK der KPSS (ehemalige sowjetsche kommunistische Partei), Porgramme der genannten Partei oder der Name des ersten Sekretärs Michael S. Gorbatschow sind Fenster zu einer anderen vergangenen Zeit.

Blick über einem säulenbestandenen Balkon.

Einer der vielen Hausflure.

Auf dem Dach und der Mauerkrone wachsen kleine Bäume heran, deren Wurzeln irgendwann gemeinsam mit eindringenden Wasser das Mauerwerk aufsprengen werden.

In einem Seitengang fanden sich alte Brandspuren, die Hitze muß den Lampenschirm zum Platzen gebracht haben, während die Glühlampe noch unversehrt schien.



     

     
 

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