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          06-12-2006
  06.12.2006 Weihnachtsflair im Lehrter Bahnhof/ Hauptbahnhof

Manchmal werden Dinge sofort, manchmal unmerklich -weil langsam verlaufend- unsympathisch. Eine solche Entwicklung hat das Ansehen des teueren Hauptbahnhofprojektes bei mir durchgemacht. Was sich anfangs hoffnungsvoll anließ, spannend zu bestaunen war in Zeiten der Baustellenbesichtigungen, kühlte merklich ab, als die ersten Schritte durch den Bahnhof möglich wurden.

Immer das Wissen im Hinterkopf, daß wegen der Terminstellung Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland das Großunternehmen pünktlich fertiggestellt werden mußte. Kleinigkeiten wie das Kürzen und Nichtausführen von Hallenüberdachungen (die fertigen Glasteile wurden zwecks unversehrter Lagerung in Lagern im Ostbahnhof eingemauert) und eigenwillige Konstruktionsänderungen durch Mehdornsche Eingriffe (Sie ahnen es- die Zwischendeckengeschichte) eingeschlossen. Ganz zu schweigen von der Großmannssucht, der aus mehreren Siedlungskernen historisch gewachsenen Stadt einen "Hauptbahnhof" überzustülpen, obwohl es diesen einen zentralen Mittelpunkt in der Stadt nie gegeben hatte, zeugt von der eigenwilligen Auslegung diverser Bahnvostände, ihre Pläne umzusetzen.

Und die Politik schaut zu, wie diese Schmalspurstrategen jedweden Verkehr zwingend über diese Betonwüste schicken, um später vor genau diesen laienschaulspielernden Volksvertretern aufzutrumpfen, welche grandiosen Besucherzahlen vorzuzeigen wären und so beweisen wollen, wie notwendig dieses Milliardengrab für die Berliner Republik ist.

Und wir kleenen bahnfahrenden Steuerzahler ? Löffeln an dem, was bestellt, eigenwillig-kreativ gekocht und serviert wurde. Wohl bekomm's, heute einige Bilder aus dem Inneren des ästhetischen Grauens.

Da kann selbst der große Plastikbaum nichts ausrichten und mittels Klunkern ablenken- schaut man durch die Glasfassade auf den leeren Vorplatz, macht sich eher eine Ahnung von Bonjour Tristesse denn anderen Empfindungen breit. Pläne künden zwar von großen Vorhaben, aber mitnichten- Berliner Steppe weit und breit, ohne Ansatz eines Willens, sofort weiterzubauen und dieses Viertel urbaner zu gestalten. Wenn wenigstens eine vernünftige Würstchenbude entstünde, zeitweise als Wagen vor der Tür, bekäme der fernreisende Gast wenigstens eine Ahnung von Berliner Boulette und Currywurst statt des weltweit verbreiteten kulinarischen Einheitsbreies.

Etwas genauer hingeschaut- alles Plastik. Vielleicht ist das aber die ehrlichste Form des kreativen Nichts, das Abgleiten der kommenden Feiertage in eine kommerziell verkommene Zeit darzustellen.

Am Fuße des Baumes einige Einzelstücke, präsentiert von der Fa. Swarovski, die die Blicke auf sich ziehen.



     

     
 

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